Die leichte Abwandlung des diesjährigen Tagungstitels trifft unser Fazit der Mensch und Computer 2015 auf den Kopf. Unser Projekt war Mitveranstalter von gleich drei Veranstaltungen der Konferenz und beteiligt an einem gut besuchten Informationsstand. Auf breiter Front diskutierten und arbeiteten wir so mit interessierten Unternehmensvertretern und Wissenschaftlern zu unseren Themen.

Im wissenschaftlichen Workshop, unter der Leitung der Arbeitsgruppe Vorgehensmodelle (uux-praxis.de) stand die Skalierbarkeit von Usability Methoden im Fokus. Nachdem durch eine Reihe von Vortragenden das Themenspektrum festgesteckt wurde, leiteten Professor Dr. Gunnar Stevens und Dr. Stefan Brandenburg die Podiumsdiskussion durch ein amüsantes Engelchen-Teufelchen Rollenspiel ein.

Mensch und Computer 2015 UUX Workshop
(c) Jochen Denzinger

 

Die zweite Veranstaltung war ein Kurzworkshop, gemeinsam veranstaltet von den Organisatoren des Informationsstandes (Design4Xperience, USecureD, Usability in Germany). Im Workshop stellten wir uns gemeinsam den Fragen der Teilnehmer und verdeutlichten unseren Standpunkt zu Gamification und dem Begriff des angewandten Spiels in Deutschland. Es wurde wiederum deutlich, dass sich Gamification hinsichtlich der Widerstände innerhalb der Organisation ganz ähnlichen Fragen gegenüber sieht, wie im Falle von Usability oder User Experience Projekten. Die Verankerung eines Projektvorhabens auf Ebene relevanter Entscheider sowie eine frühe Integration in den Entwicklungsprozess betrieblicher Software und der Einbezug wesentlicher Beteiligter entlang des Konzeption und Herstellungsprozesses sind von großer Wichtigkeit. Darüber hinaus die Frage wie Kultur und Umgang mit erhobenen Daten im Unternehmen sind. Einige Teilnehmer verstanden unter Gamification weniger einen Weg zum interessanten Design von Software, als ein nachrangiges Add-on, für das zumindest einmal Usability Grundsätze im Softwareentwicklungsprozess verankert sein müssten. Ganz sicher gibt es eine Abhängigkeit zwischen grundsätzlicher Usability und Gamification, allerdings sollten beide Ansätze als zusammengehöriges und integriertes Projekt verstanden werden.

Schließlich fand am Dienstag der ganztägige Gamification Workshop statt, den die Universität Duisburg-Essen gemeinsam mit Firmenvertretern der itemis AG und der Centigrade GmbH veranstaltet. Mit bewusst kurz gehaltenen Vortragsslots mit jeweils gleich langen Diskussionszeiten leiteten wir Tag und Thema ein. So konnten wir nach dem Mittag direkt in die praktische Arbeit einsteigen. Anhand von fünf vorbereiteten Szenarien, darunter vier gewerbliche und ein Zahnarzt-Besuch, erarbeiteten die ca. 25 Teilnehmer äußerst unterschiedliche, spielerische Lösungskonzepte. Zur Unterstützung der Ideenfindung und Konzeption stand eine Reihe von Methoden und Materialien zur Auswahl. Es wurde wieder gebastelt, gebaut, geschauspielert und intensiv ausgetauscht. Unser Projekt konnte in dem Zuge viele Erfahrungen sammeln und ein Deck von Motivationskarten erfolgreich testen, welches nun in den kommenden Monaten weiter entwickelt wird. Zunehmend kristallisiert sich heraus, dass eine spielerische Grundhaltung ein Schlüssel zu innovativen, spielerischen Lösungsansätzen ist.

Weitere Informationen zur Veranstaltung sowie Planungen für die kommenden Workshops der Mensch und Computer können auch auf Websites uux-praxis.de und Gamification Workshop abgerufen und mitverfolgt werden.