Methode

Einstimmung aufs Spiel

Die Methode hilft, Spielerlebnisse zu verstehen und mit anderen zu diskutieren. Sie bildet ein „spielerisches Mindset“ für eine nachfolgende Kreativphase.

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Einstimmung aufs Spiel

Weitere Infos

Version: Februar 2016, Ralf Schmidt
Bild: Einstimmung auf Spiele durch Spielen im Ideation Workshop; ©PIC

ERGEBNIS

Ziel ist, unter Teilnehmern eines Ideation Workshops, die mit angewandten Spielformen bislang wenig in Kontakt waren, ein „spielerisches Mindset“ zu etablieren. Nach einer solchen Einstimmung fällt es leichter, mit spielbezogenen Methoden umzugehen und den Transfer der Erlebnisse auf einen Anwendungskontext zu leisten.

WANN

Die Einstimmung sollte vor der Kreativphase stattfinden.

VORHER

Phase „Fachlicher Input“ im Ideation Worskhop

NACHHER

Kreativphase im Ideation Workshop

WER

Alle Workshopteilnehmer

MATERIAL

Mechanikkarten und Erlebniskarten (Download auf der PIC Website), Fragenkatalog zur Reflexion von Spielerlebnissen, Spielauswahl und Spielmöglichkeitene.

ABLAUF

Der konkrete Ablauf richtet sich nach den vorhandenen Ressourcen und der Möglichkeit, die Methode von einem Experten für Spiele begleiten zu lassen.
Ohne Spielen (1):  Sammeln und Diskutieren in Kleingruppen von Spielerlebnissen anhand vergangener Erfahrungen mithilfe von Kartendecks (Erlebnisqualitäten (Phase 3 – Idee Methode Erlebnisqualitäten Kartendeck), Spielmechaniken (Phase 3 – Idee Methode Mechanikkarten)
Mit Spielen (2): Diskussion von Spielerlebnissen anhand von Spielerfahrungen vor Ort. Dazu wird eine vielfältige Auswahl von Spielen zum Ausprobieren bereitgestellt. Nach dem Spielen werden die gesammelten Erfahrungen während des Spielens diskutiert.

AUFWAND

Für Variante (1) sind 30 Minuten bis eine Stunde einzuplanen. Für Variante (2) sollten eineinhalb bis zwei Stunden zur Verfügung stehen sowie eine passende Auswahl von Spielen samt technischer und personeller Rahmenbedingungen.


Theorie Einstimmung aufs Spiel

Damit der Transfer von Spielqualitäten auf spielferne Kontexte gelingen kann, sollten diese Spielqualitäten reflektiert und verstanden werden. Die Auseinandersetzung mit den Erlebnissen während des Spielens kann durch Gamification-Experten oder durch Leitfragen unterstützt werden. Dieses Vorgehen hilft, das eigene Erleben während des Spielens bewusst zu erleben, zu reflektieren und auf bestimmte Spielemechaniken zurückzuführen.

Folgende Fragen können zur Diskussion der Spielerfahrungen dienen:

  • Macht mir das Spiel Spaß? Wenn ja/nein – warum? Kann ein Bezug zur Persönlichkeit hergestellt werden? Machen anderen Menschen dieselben Dinge Spaß?
  • Wie führt mich das Spiel an seine Komplexität heran?
  • Welche dramaturgischen Qualitäten besitzt das Spiel? Was gefällt mir an der Geschichte, den Charakteren? Was ist der zentrale Konflikt, das zentrale Thema?
  • Was sind genutzte Mechaniken, was die zen-
    tralen Regeln?
  • Welche Emotionen beschreiben mein Spielerlebnis am besten und worauf sind sie zurückzuführen?
  • Welche Aspekte des Spiels haben mit mir oder meinen Lebenserfahrungen zu tun?
  • Spontaner(!) Transfer: Welche Aspekte des Spiels (Mechaniken, Emotionen, Dramaturgie) kann ich mir auch im Übertrag auf einen betrieblichen Kontext denken?

Diese Überlegungen sollten in Bezug auf die eigenen Spielerfahrungen gestellt werden. Dies kann einerseits durch Erinnerung an vergangene Erfahrungen oder durch das soeben (gemeinsam) durchgeführte Spielen im Projekt/Workshopverlauf geschehen. In jedem Fall sollten die Erkenntnisse der Auseinandersetzung gesammelt, strukturiert und mit anderen diskutiert werden, um ein differenziertes Verständnis zu erlangen. Hilfestellungen für diesen Prozess kann ein Game Design-Experte geben, der bei der Einordnung der gesammelten Erkenntnisse unterstützen kann. Zusätzlich können Kartendecks zu Erlebnisqualitäten(   Kapitel 5.6: Phase 3 – Idee Methode Erlebnisqualitäten Kartendeck)  und Spielmechaniken (Phase 3 – Idee Methode Mechanikkarten)  helfen, die eigenen Erfahrungen zu strukturieren.

Ergebnis

Ziel ist, unter Teilnehmern eines Ideation Workshops, die mit angewandten Spielformen bislang wenig in Kontakt waren, ein „spielerisches Mindset“ zu etablieren, also ein Verständnis und Gefühl für die Vielfalt des Spieldesigns und der Erlebnisse (Kapitel 5.2: Hintergrund Qualitäten eines Spielerlebnissen) erzeugen, die eine Spielerfahrung ausmachen. Nach einer solchen Einstimmung fällt es leichter, mit spielbezogenen Methoden umzugehen und den Transfer der Erlebnisse auf einen Anwendungskontext zu leisten.