Methode
Spielertypen – qualitativ
Anhand der qualitativen Spielertyp-Analyse lässt sich in einer Interviewsituation einfach und schnell die Spielemotivation des Gegenübers untersuchen. Diese Methode unterscheidet sich sich von der vorherigen Methode dadurch, dass kein Fragebogen ausgefüllt wird, sondern die Spielertypen selbst diskutiert werden.

Weitere Infos

Bild: Auswahl der Spielertyp Rangfolge aus einem Nutzerinterview; ©PIC

ERGEBNIS

Die Spielertyp-Analyse gibt eine Vorliebe für unterschiedliche Spielemotivationen an. In der qualitativen Variante wird kein Fragebogen verwendet, sondern werden gleich die verschiedenen Spielertypen als Diskussionsgrundlage für eine Motivationsdiskussion genutzt.

WANN

Analysephase: zur Ermittlung von Spielemotivationen der Nutzer

VORHER

Nutzergruppe oder Experten definieren und Zugang klären.

NACHHER

Erstellen der Persona unter anderem unter dem Gesichtspunkt der gelernten Details anhand der Diskussion über die Spielertypen.

WER

User Researcher, fachliche Experten,
Designer, Nutzer

MATERIAL

Die Brainhex-Spielertypen mit Kurzbeschreibung auf einzelnen Karten/Ausdrucken, möglichst in der Muttersprache der Zielgruppe (die Vorlage von Brainhex ist englisch)

WISSEN

Profunde Kenntnis der Spielertypen für Diskussion im Interview

ABLAUF

Spielertypen ggf. übersetzen und Karten produzieren, im Interview nacheinander vorlegen und mit je zwei Sätzen erklären. Auf gedachter Skala von „Viel vorhanden – Wenig vorhanden“ auf Tisch anordnen und von Interviewpartner erklären lassen. Die Anordnung kann sich auf den Interviewpartner selbst oder auf eine gemeinsam definierte Gruppe beziehen („Die Geschäftsführung“, „Mein Team“ etc.).

AUFWAND

5 – 10 Minuten Interviewzeit


Theorie Spielertyp

Spielevorlieben können sich je nach Person unterscheiden. Nicht jeder spielt die gleichen Spiele aus der gleichen Motivation. Auch in der Theorie und Forschung finden sich hierzu unterschiedliche Segmentierungsansätze der digitalen Spieleforschung, wie die Typisierung von Spielern (Tuunanen und Hamari 2012), die diese beschreiben.

Ein älterer Ansatz, beispielsweise das „Motivations of Play“-Modell von Yee (2006), umfasst die drei Kategorien „Achievement“, „Social“  und „Immersion“ und basiert allein auf Beobachtungsdaten. Hamari und Tuunanen (2012) identifizieren aktuell aus vorhandenen Kategorisierungen fünf zusammenfassende Dimensionen der Spielemotivation: Erfolg, Exploration, Geselligkeit, Dominanz und Immersion.

Die für die folgenden Methoden zugrunde liegende Klassifizierung von Bateman und Kollegen unterscheidet folgende Spielertypen: blog.brainhex.com

In dieser Klassifizierung kann jede Person unterschiedliche Ausprägungen innerhalb der verschiedenen Typen haben. Sie schließen sich somit nicht gegenseitig aus, sondern ergänzen sich in individuell unterschiedlicher Intensität. Ähnlich wie auch in der Persönlichkeitspsychologie geht man hier von Eigenschaften aus, welche unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Dies unterscheidet die Brainhex-Typisierung besonders deutlich von anderen Spielerklassifizierungen wie z. B. Bartle’s Player Types oder anderen oben bereits genannten (Bateman et al. 2011).

Batemans Ansatz ist mithilfe neurobiologischer Zusammenhänge und Beobachtungen entstanden und geleitet durch dort festgelegte Vorlieben und Eigenschaften. Auf dieser Basis ist der bereits oben beschriebene Fragebogen (Phase 1 – Sondierung Methode Spielertyp-Finder) entstanden, Brainhex-Klassifizierung genannt, der aktuell breit genutzt und unter Forschern des Themenbereichs weit bekannt ist.