Methode

Spielertypen – quantitativ

Spielevorlieben können sich je nach Person unterscheiden. Nicht jeder spielt die gleichen Spiele aus der gleichen Motivation. Die Spielertyp-Analyse stellt ein Fragebogeninstrument bereit, das die Spielemotivation der Befragten untersucht.

Weitere Infos

Version: Juni 2015, ©International Hobo Ltd.
Bild: Mit dem Spielertyp-Finder kann der individuelle Spielertyp festgestellt werden; ©PIC

ERGEBNIS

Die Spielertyp-Analyse ergibt eine prozentuale Vorliebe für gewisse Spielemotivationen. Diese sind ein guter Ausgangspunkt, um zielgerichtet für eine Nutzergruppe gamifizierte Ideen und Designs zu finden.

WANN

Analysephase: zur Ermittlung von Spielemotivationen der Nutzer

VORHER

Nutzergruppe definieren und Zugang zu ihr klären

NACHHER

Erstellen der Persona unter anderem unter dem Gesichtspunkt der Verteilung der Spielertypen. In nachfolgenden Designphasen bilden die Spielermotive einen Prüfstein für die Ideen und Designs.

WER

User Researcher, Nutzer

MATERIAL

Befragungssoftware/Brainhex-Fragebogen, möglichst in der Muttersprache der Zielgruppe

WISSEN

Hintergründe und Einzelheiten zu den Spielertypen des Brainhex

ABLAUF

Befragung ggf. übersetzen und programmieren, Zielgruppe ansprechen und Zugang geben, Befragung auswerten
Zu akademischen Zwecken kann es kostenfrei implementiert und genutzt werden. Anfragen über eine kommerzielle Nutzung können an International Hobo Ltd. (www.ihobo.com) gerichtet werden.

AUFWAND

Programmierungsaufwand für Fragebogen, Beantwortungsdauer ca. 10 Minuten pro Nutzer


Theorie Spielertyp

Spielevorlieben können sich je nach Person unterscheiden. Nicht jeder spielt die gleichen Spiele aus der gleichen Motivation. Auch in der Theorie und Forschung finden sich hierzu unterschiedliche Segmentierungsansätze der digitalen Spieleforschung, wie die Typisierung von Spielern (Tuunanen und Hamari 2012), die diese beschreiben.

Ein älterer Ansatz, beispielsweise das „Motivations of Play“-Modell von Yee (2006), umfasst die drei Kategorien „Achievement“, „Social“  und „Immersion“ und basiert allein auf Beobachtungsdaten. Hamari und Tuunanen (2012) identifizieren aktuell aus vorhandenen Kategorisierungen fünf zusammenfassende Dimensionen der Spielemotivation: Erfolg, Exploration, Geselligkeit, Dominanz und Immersion.

Die für die folgenden Methoden zugrunde liegende Klassifizierung von Bateman und Kollegen unterscheidet folgende Spielertypen (blog.brainhex.com).

In dieser Klassifizierung kann jede Person unterschiedliche Ausprägungen innerhalb der verschiedenen Typen haben. Sie schließen sich somit nicht gegenseitig aus, sondern ergänzen sich in individuell unterschiedlicher Intensität. Ähnlich wie auch in der Persönlichkeitspsychologie geht man hier von Eigenschaften aus, welche unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Dies unterscheidet die Brainhex-Typisierung besonders deutlich von anderen Spielerklassifizierungen wie z. B. Bartle’s Player Types oder anderen oben bereits genannten (Bateman et al. 2011).

Batemans Ansatz ist mithilfe neurobiologischer Zusammenhänge und Beobachtungen entstanden und geleitet durch dort festgelegte Vorlieben und Eigenschaften. Auf dieser Basis ist der bereits oben beschriebene Fragebogen (Phase 1 – Sondierung Methode Spielertyp-Finder) entstanden, Brainhex-Klassifizierung genannt, der aktuell breit genutzt und unter Forschern des Themenbereichs weit bekannt ist.